[ABGETANKT]
Die Fotoserie über alte Tankstellen

Doch, es gibt sie noch! Noch! Alte Tankstellen, die Benzinstationen einer unbeschwerten mobilen Zeit. Getankt wird dort längst nicht mehr. Dafür haben sich zahlreiche andere Nutzungen gefunden – Autowerkstätten, Imbisse, Geschäfte, Wohnen. Oder aber die Gelände liegen brach.

Im Bildband [ABGETANKT] werden beispielhaft 61 alte Tankstellen im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Bergischen Land und im Rheinland gezeigt. Mit der Fotoserie hat der Kölner Fotograf Joachim Gies sich zur Aufgabe gemacht das architektonische Vermächtnis der Automobilität in Deutschland fotografisch zu bewahren. Dafür ist er unterwegs – bevor es zu spät ist….

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DIE FOTOS

So werden alte Tankstellen heute genutzt…

Ein Besucher der ABGETANKT Ausstellung schaut sich auf einem Fine Art Print eine alte Tankstelle an

FINE-ART PRINTS

Eine alte Tankstelle für die Wand?

Berichterstattung über die [ABGETANKT] Ausstellung in der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen
ARD Tagesschau am 10.03.2015, © ARD-aktuell

alte Tanken – „die gibt es doch gar nicht mehr?“

Doch! Wenn der Blick dafür geschärft ist. In Betrieb, zumindest in der ursprünglichen Funktion, sind sie selten geworden. Jedoch hat sich ein neues Leben in den Gebäuden entwickelt. Am Anfang entdeckte ich bei meiner Recherche immer wieder neue überraschende Nutzungen und brachliegende Gelände. Das war für mich der Anstoß, mich intensiv mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.

In meiner Fotoserie mit dem Titel [ABGETANKT], zeige ich Tankstellen die nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck dienen. Aufgegebene Tankstellen sind heute noch zahlreich im urbanen Umfeld zu entdecken. Wenn auch oftmals erst auf den zweiten Blick. Diese Relikte vergangener Zeit lassen den Strukturwandel sichtbar werden.

Neues Leben in alten Tankstellen

Viele Gebäude werden heute als KFZ-Handel oder KFZ-Werkstatt weitergeführt. Diese Nutzung bietet sich durch die schon meist vorhandene alte Werkstatt der Tankstelle an. Jedoch finden sich auch abseits der Automobilbranche viele interessante Neugestaltungen. Es werden also nicht nur die „typischen“ Gewerbe, sondern Nutzungen von unterschiedlichster Art gezeigt. Es finden sich Gewerbe in den alten Räumen der Tankstelle, die dort nicht erwartet werden.In ihrer einst vorgesehenen Nutzung sind sie nicht mehr brauchbar. Jedoch haben sich im Laufe der Zeit andere Nutzungen für das Tankstellengebäude ergeben. Wie z.B

  • Schnellrestaurants
  • Getränkehändler
  • Reisebüros
  • Wohnhäuser (mit einer Voliere für einen Graupapagei im alten Kassenhäuschen)
  • Bäckereien
  • und viele mehr…

Diese neue Nutzung der Tankstellen ist das zentrale Thema meiner Fotoserie. Mich interessiert wie die Geschichte der Tankstellengebäude weitergeschrieben wird. Hochwertige dauerhafte Nutzungen, aber auch ein liebloser Umgang mit den Gebäuden werden gezeigt. Dabei dokumentiert [ABGETANKT] den momentanen Zustand in dem sich das Gelände befindet. Leerstehende Tankstellen sind ebenso Teil der Arbeit. Auch sie verweisen, oftmals durch alte Werbung, auf ihre frühere Nutzung. Auch wenn sie brach liegen, ist es ein Zustand der mit den Fotografien dokumentiert wird.



Welche Bautypen von Tankstellen gibt es?

[ABGETANKT] zeigt neben den Serienbauten auch Tankstellen, die architektonisch besonders interessant angelegt sind. z.B das denkmalgeschützte Tankstellengebäude an der Autobahn 2 in Hamm-Rhynern, das heute als „Tankstelle für die Seele“ als Autobahnkapelle weiterlebt. So galt die „Tankstelle“ viele Jahre bei Architekten als Spielwiese für neue Ideen und neue Formen.

„Ach ja stimmt, das ist ja eine alte Tankstelle.“

Oftmals sind diese Gebäude aus dem Bewusstsein verschwunden. Eine Friseurin berichtete mir, dass viele Kunden gar nicht merken, dass sie sich in einer alten Tankstelle frisieren lassen. Sie nehmen nicht wahr, dass hier früher Autos vorfuhren, betankt wurden und im heutigen Friseursalon bezahlt wurde.

Strukturwandel

In jeder Stadt in Deutschland, selbst in jedem kleinen Dorf war früher eine Tankstelle zu finden. Das Stadtbild hat sich durch Marktmechanismen verändert. Heutzutage stehen nur noch einheitliche streng nach Markenwiedererkennung aufgebaute Konsum-Tankstellen in unseren Städten. Ziel ist es möglichst viele Kunden möglichst schnell abzufertigen. Kleine Tankstellen mit wenig Zapfsäulen rentieren sich nicht mehr. Mittlerweile sind viele Tankstellen aus dem Stadtbild verschwunden. Was in Adressbüchern aus dem Jahr 1970 in verschiedenen Städten noch als Tankstelle verzeichnet ist, ist heute nicht mehr auffindbar. Sogar während meiner Arbeit konnte ich diesen Vorgang beobachten. Eine Tankstelle in Wuppertal mit dem außergewöhnlichen Dach, wurde wenige Wochen nach meiner Testaufnahme abgerissen. ABGETANKT soll einen bewussten Umgang mit dieser besonderen Art Gebäude anregen. Tankstellen sind baukulturelle Zeugnisse einer mobilen Gesellschaft. Sie dürfen nicht leichtfertig aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt werden.

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